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LEI FAQ

Die Frage aller Fragen: Was ist ein LEI?

Ein Legal Entity Identifier (Abkürzung: LEI) ist eine global identifizierbare, 20-stellige Kennnummer für Teilnehmer des Finanzmarktes, die alphanumerisch aufgebaut ist und somit einen internationalen Standard für Unternehmen am Finanzmarkt bietet. Dazu gehören Banken, Fonds, Wertpapierhändler, Rohstoffhändler, Broker und viele andere Institutionen, die am Finanzmarkt partizipieren. Jedes Finanzunternehmen, das Transaktionen im Derivatehandel innerhalb des Finanzmarktes tätigt, muss seit 2013 mit einem LEI gekennzeichnet sein und somit eine problemlose Rückverfolgung ermöglichen. Dadurch können Risiken im Finanzmarkt reduziert und die Transparenz deutlich gesteigert werden.

Sehr viel Theorie, nun ein wenig Praxis: Wie ist ein LEI aufgebaut?

Ein Legal Entity Identifier besteht aus 20 alphanumerischen Ziffern. Die ersten vier Ziffern markieren die Vergabestelle des LEIs. Danach folgt eine Trennung mit zwei Ziffern. Die folgenden zwölf Stellen identifizieren den Rechtsträger. Am Ende der Identifikationsnummer steht eine zweistellige Prüfsumme, die gemäß der Sicherheitsrichtlinie ISO 7064 gebildet wird.

Der LEI ist demzufolge eine Identifikationsnummer, die sehr umfassende Informationen preisgibt. Durch die eindeutige Identifikation kann eine schnelle Rückverfolgung und eine transparente Informationsbeschaffung über verschiedene Transaktionspartner gewährleistet werden.

Zusammen mit dem LEI werden außerdem ausgewählte und vom Unternehmen zur Verfügung gestellte Daten öffentlich zugänglich gemacht. Dazu gehören unter anderem die Rechtsform, die juristische Adresse der Hauptverwaltung, sowie das Datum der ersten LEI-Vergabe.

Ab Mai 2017 sollen neben den oben genannten Unternehmensdaten auch die Konzernverflechtungen abgebildet werden. Mehr Informationen dazu finden Sie in Kürze in einem gesonderten Blogbeitrag.

Ist mein Unternehmen betroffen? Wer benötigt einen LEI?

Die erste Unterscheidung besteht darin, zu wissen, ob man einen LEI erhalten darf oder ob der Besitz verpflichtend ist. Dies wird von den nationalen Gesetzgebern geregelt und entschieden. Derzeit werden die Legal Entity Identifiers jedoch ausschließlich an rechtliche und selbständige Teilnehmer des Finanzmarktes vergeben und nicht an natürliche Personen. Eine der Voraussetzungen für den LEI ist somit die Eintragung im Handelsregister.

Der Legal Entity Identifier ist nicht nur eine Kontrollmaßnahme für die Sicherheit an Finanzmärkten, sondern kann ebenso die positive Außenwirkung eines Unternehmens prägen. Vor Allem internationale Investoren und Anleger suchen verstärkt nach Transparenz und erhöhter Zugänglichkeit der Unternehmen. Ein LEI trägt dazu erheblich bei und erleichtert den Analysten und Investoren die Entscheidung für neue Anlagen. Aus diesem Grund kann ein LEI auch für Unternehmen, die nicht zu dessen Besitz verpflichtet sind, äußerst attraktiv sein.

Genaueres zu den rechtlichen Grundlagen und den betreffenden juristischen Quellen finden Sie hier.

Jetzt mal Klartext: Was bringt der LEI?

Vereinfacht ausgedrückt ist die LEI-Datenbank ein riesiges Verzeichnis, auf das jeder Interessent zugreifen kann und das somit die größtmögliche Markttransparenz bietet. Die Daten sind auf eine leicht verständliche Weise aufbereitet und können sowohl von Laien am Finanzmarkt als auch von Finanzexperten gleichermaßen eingelesen werden. Der Legal Entity Identifier ist ein neuer Meilenstein im Kontrollmechanismus des Finanzmarktes, der gleichzeitig die Marktintegrität fördert. Darüber hinaus werden kriminelle Machenschaften wie Finanzbetrug erheblich erschwert und sind im Nachhinein um einiges leichter zu ermitteln.

Der LEI ist bereits ein fester Bestandteil in verschiedenen Regularien und Aufsichtstätigkeiten. Ein globaler Vergleich stärkt diese prüfenden Aufgaben und verringert das Risikomanagement innerhalb wichtiger Unternehmensprozesse. Auch internationale Investoren fordern immer mehr Transparenz und Sicherheiten. Die Behörden vieler Länder vertrauen mittlerweile auf den LEI als Instrument, um Risiken besser bewerten zu können, die Genauigkeit von Finanzdaten zu verbessern und Marktmissbrauch erfolgreich zu minimieren.

Wie oben bereits angesprochen, ist der LEI ein weiterer Schritt in eine moderne, digitale Welt, die durch Transparenz zu einer fairen Marktintegrität beiträgt. Gründer und CEO der EQS Group Achim Weick hat in einem aktuellen Blogpost die Bedeutung des Zusammenspiels aus Digitalisierung und Transparenz ausführlich dargelegt. Klicken Sie hier, um genaueres zu erfahren.

Wie komme ich an einen LEI?

Ihre individuelle Kennnummer erhalten Sie an dafür autorisierten Vergabestellen, sogenannten Local Operating Units (LOU). Diese werden von der Global Legal Entity Identifier Foundation (GLEIF) in einem umfassenden Akkreditierungsprozess als Vergabestelle autorisiert und fungieren als erste Schnittstelle zwischen der GLEIF und den LEI-Inhabern.

An den Vergabestellen muss ein Antrag eingereicht werden, der sie mit Rechtsträgerdaten informiert. Diese Daten müssen daraufhin ausreichend geprüft werden, wodurch verhindert wird, dass falsche Informationen eingepflegt und veröffentlicht werden. Dazu wird festgestellt, ob bereits eine LEI-Vergabe an das Unternehmen erfolgte, da eine doppelte Eintragung nicht erlaubt ist. Bei erfolgreicher Prüfung wird anschließend der passende LEI vergeben, an die GLEIF gemeldet und weltweit zugänglich gemacht.

Korbinian Schneider
Korbinian est Manager de projet pour l’équipe de service de données et est co-responsable d'EQS LEI MANAGER.
Korbinian is Project Manager in the Data Services Team and co-responsible for the EQS LEI MANAGER.
Korbinian lavora come Project Manager per il team servizi dati ed è corresponsabile per l'EQS LEI MANAGER.
Korbinian arbeitet als Project Manager für das Team Datenservices und ist mitverantwortlich für den EQS LEI MANAGER.
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